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es; schien es gut machen zu wollen und bot Zigaretten an. Martin hatte wieder das Gefühl, ein Strafling zu sein, dem man aus Mitleid — oder vielleicht zum Spott — unbedeutende kleine Vergünstigungen gewahrt, ehe die eigentliche Bitterkeit des Strafvollzuges beginnt.

Wahrend der Wagen in einer stillen, recht soigniert wirkenden StraBe hielt, sagte Doktor Rüteli noch, mit freundlich-ernster Nachdrücklichkeit: „Haus Sonnenruh ist keine geschlossene Anstalt, Herr Korella; sondern ein privates, fast wie ein Hotel geführtes Erholungsheim. Ich persönlich ziehe geschlossene Hauser für Entziehungskuren ganz entschieden vor. Ja, ich mufi gestehen, daB ich zunachst die starksten Bedenken hatte, dem Rate Ihres Freundes Deutsch zu folgen, der dahin ging, Ihnen jede irgendwie überflüssige Kontrolle, alle Peinlichkeiten eines vorübergehenden Freiheitsentzuges zu ersparen. — Nun ist es freilich höchst fragwürdig," fuhr der Doktor pedantisch fort — der Chauffeur hatte schon den Motor abgestellt; aber Rüteli schien entschlossen, seinen kleinen Vortrag im Wagen sitzend zu beenden —, „bis zuki welchem Grade der Freiheitsentzug bei einer Kur, wie sie Ihnen bevorsteht, als entbehrlich zu bezeichnen ist. — Jedenfalls, von einer regularen Entziehung kann unter diesen Umstanden natürlich gar nicht die Rede sein," erklarte er, plötzlich fast zornig. Dann fügte er sanfter hinzu: „Der Erfolg des Experimentes hangt durchaus von Ihrem eigenen guten Willen ab, lieber Herr Korella!" Er versuchte, seinem Gesicht einen ermunternden Ausdruck zu geben.

Martin bezahlte das Taxi, wahrend Doktor Rüteli zerstreut in die Luft blickte.

An der Haustüre erwartete eine hübsche junge Person in Pflegerinnen-Tracht den neuen Patienten.

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