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Der Arzt steilte vor: „Schwester Rosa." Sie wirkte sowohl mild als adrett; das Lacheln ihres sehr kleinen und roten Mundes war keusch und sanft, doch nicht ohne Koketterie.

In der Dammerung des Korridors, durch den Schwester Rosa die Ankömmlinge geleitete, tauchte noch ein zweites weibliches Wesen auf: Fraulein Bürstel, die Direktrize des Hauses. Sie hatte auffallend rote Backen und hellblaue, wasserige Augen. Martin konstatierte sofort, daB sie ungewöhnlich dumm war. „Mogen Sie sich recht wohl bei uns fühlen!" rief sie, beide Hande innig ausgestreckt. Martin erwiderte eisig: „Ich danke Ihnen, gnadige Frau." DaB er sie gnadige Frau titulierte, war die pure Bosheit, da Rüteli die Dame ja soeben als „Fraulein" vorgestellt hatte. Die Bürstel schickte denn auch einen halb pikierten, halb nachsichtigen Bliek über ihn hin, als fande sie sich einem Irrsinnigen gegenüber, dessen Unarten zwar lastig sind; jedoch bleibt nichts übrig, als sich gütig mit ihnen abzufinden. „Ich denke, wir geben dem Herrn Zimmer Vier," wisperte die Direktrize dem Doktor zu, als handelte es sich um ein Geheimnis, in das eingeweiht zu sein für den Kranken gefahrlich, ja, verhangnisvoll werden müBte.

Das Zimmer — mit dunkier Tapete, rundem, Teppich-belegten Tisch in der Mitte, blendend weiBem Bett — schien zu einer bescheidenen, aber peinlich sauberen Familienpension zu gehören. Doktor Rüteli — jetzt schon entschieden um eine Nuance strenger und gravitatischer als vorhin im Taxi — sagte: „Ich schlage vor, Herr Korella, daB Sie zunachst ein warmes Bad nehmen. Schwester Rosa wird die Freundlichkeit haben, inzwischen Ihren Koffer auszupacken — und ich hoffe Sie damit einverstanden, daB ich bei dieser Gelegenheit ein wenig Ihre Sachen untersuche, ob Sie nicht vielleicht versehentlich etwas

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