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Doktor Rüteli sagte es geheimnisvollen Tones und wies dabei mit einem langen, faltigen Zeigefinger nach unten, als lagen dort, schaurig geöffnet, die Abgründe, durch deren finsteres Labyrinth die jüngere Schule der Psychiatrie den Leitfaden besitzt. „Wie sind Ihre Beziehungen zur GroBen Mutter?" erkundigte der Doktor sich, etwas lauernd und immer noch in die imaginaren Schlünde weisend. Martin verstand nicht gleich, was er meinte, wodurch Rüteli enerviert wurde. „Nun ja doch," machte er, und zuckte ungeduldig die Achseln, „Ihre Beziehungen zum Anfang aller Dinge, meine ich; zur GroBen Gea; zum Kosmischen MutterschoB ..." — Martin hatte keine Lust, sich darüber auszusprechen. Er fragte, ob er heute noch Morphine bekommen solle. „Ich fange namlich schon an zu schwitzen," sagte er, ziemlich böse. — „Sie sollen gegen vier Uhr nachmittags eine nette Injektion haben," verhieB Rüteli onkelhaft. „Und eine zweite abends, vor dem Einschlafen." — Martin empfand plötzlich ein gerührtes Wohlwollen für den Psychiater. ,Der brave Mann meint es gut. Ich will ihm das Leben nicht zu sauer machen.' Der Patiënt und der Arzt verabschiedeten sich mit Herzlichkeit voneinander. Rüteli versprach, gegen Abend noch einmal vorbei zu schauen. „Wahrscheinlich werde ich Sie schon schlafend finden," sagte er.

Martin verbrachte die Zeit bis vier Uhr nachmittags — die Stunde, für die ihm das kleine Labsal des Pantopons versprochen war — ziemlich ruhig. Die Heroin-Dosis, die er im Zuge zu sich genommen, war stark genug gewesen, um ihm für den ganzen Tag gar zu groBes Unbehagen zu ersparen. Er las; machte Notizen und schrieb zwei zuversichtlich gestimmte Briefe: einen an Kikjou, den andren an David Deutsch. Pünktlich um vier Uhr erschien Schwester Rosa mit

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