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Brillenglasern. Macht er sich nun innerlich Notizen, die recht spöttisch sein dürften ? In seinen Erzahlungen hat er eine seltsam kalte, nicht gerade liebevolle Manier, Menschen zu schildern. Er kennt sie so genau, gerade weil er sich von ihnen distanziert. Ubrigens nimmt er, bei aller Distanziertheit und Ironie, leidenschaftlichen Anteil an unseren Sorgen: das wird deutlich in seinen schonen, klaren Essays. Wie gescheit er ist. . . Ich muB einige seiner groBen Aufsatze unbedingt wiederlesen. Er hat viele höchst vorzügliche Dinge geschrieben . . .'

Da sprach er plötzlich — Marion schrak fast, als seine weiche, zögernde Stimme kam. „In Ihrem Vortrag hat mich irgendetwas erschreckt. Sie haben manchmal einen kriegerischen Ton — als wollten Sie zur Schlacht rufen. Das beunruhigt mich. Gewalt wird schon genug gepredigt und angewendet — von den anderen. Wir sollen friedlich sein. Nicht Rache, nicht Kampf — Versöhnung sei unsere Absicht."

„Versöhnung?" Marion wiederholte es trotzig. ,,Es gibt Menschen und Prinzipien, mit denen sie nicht in Frage kommt. Wir sind lange genug versöhnlich gewesen — zu lange, wie mir jetzt scheint. Vor einem Gangster, der die Handgranate und den Revolver schwingt, macht man sich lacherlich, wenn man flüstert: Ich bin Pazifist."

„Man soll es nicht flüstern; man soll es schreien," sagte der Schriftsteller. „Und wenn der Gangster lacht ? — „Was schadet es. Vielleicht vergiBt er darüber die Handgranate zu werfen. Es ist niemals eine Schande und kann nie ein Irrtum sein sich zum Frieden zu bekennen."

Daraufhin Marion — deren langen, mageren Finger gierig nach irgendetwas zu suchen schienen, was sie zerbrechen konnten —: „Es gibt Situationen, in

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