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gefallt!" schlug sie lachend vor. Sie küBte ihn; die Gebarde, mit der sie ihn an sich zog, war nicht jene, die eine Liebende für den Geliebten hat; vielmehr glich sie der anderen, mit der die Mutter ein erschrecktes Kind umarmt. Er lachelte zaghaft, wahrend er den Kopf an ihre Schulter legte. „Es wird sehr hübsch sein, wenn wir Mann und Frau sind, meine kleine Marion . . Es klang aber nicht sehr bestimmt, eher fragend, fast flehend. —

Ein paar Tage nach der Zferemonie auf dem Standesamt war Marcel es, der vorschlug: „Wir sollten eine kleine Hochzeitsreise unternehmen, das gehort sich doch. Monsieur Poiret und Madame werden für ein paar Wochen miteinander in die Berge fahren." — „Das ware groBartig!" Marion war begeistert „Ich habe noch drei Wochen Zeit vor meiner Tournee durch die böhmischen Bader."

Sie entschieden sich für das Engadin. In St. Moritz gefiel es ihnen nicht. Sie fanden ein schönes altes Graubündener Bauernhaus, in der Nahe von Sils Maria. Dort mieteten sie sich zwei Zimmer. — „Eine wunderschöne Hochzeitsreise!" steilten sie, jeden Morgen wieder, befriedigt fest. Sie atmeten freier in dieser dünnen und reinen Luft. Vieles, was drunten, im Tiefland, sie qualend beschaftigt hatte, schien sie hier droben kaum noch anzugehen. Vorübergehend durften sie manches vergessen, was sonst Inhalt ihrer Reden und Gedanken war. Sie sprachen nicht mehr vom Fascismus, der britischen Politik, den deutschen Konzentrationslagern, dem historischen Materialismus und der letzten Rede des Genossen Dimitroff; vielmehr davon, welch unbeschreiblich zarte und starke Farben der Himmel hatte; wie rührend es war, daB auf dem kargen Moos so mannigfach geformte und getönte Blumen gediehen, oder von der fast schmerzenden Klarheit des Lichts, in dem

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