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Nacken sah Tilly jetzt nicht, ihr bot sich nur die nackte, weiBe, ernste Flache seines Angesichts. Auch Hals, Schultern und ein Teil der Brust waren noch erkennbar, und sie überlegte sich, was für eine merkwürdige Art von Uniform es sein mochte, die ihr Ernst da trug — war es ein Straflingskittel oder ein Soldatenrock ? Übrigens stand ihm der hohe, steife Kragen der grauen Jacke nicht schlecht; entschieden besser jedenfalls, als ihm damals das zu-lang-getragene, dicke, rote Hemd gestanden hatte. —

An die Mutter schrieb Tilly nur ein paar Zeilen —: „Versuche mir zu verzeihen . . . ich konnte nicht anders . . Es war ein konventionelles SelbstmörderAbschieds-Briefchen. Als Tilly ihn durchlas, schamte sie sich ein wenig, so etwa, wie man sich etwas geniert, wenn man einem guten Freund Neujahrs- oder Geburtstags-GrüBe geschrieben hat, und dann konstatieren muB, daB sie zu korrekt und inhaltslos ausgefallen sind. Tilly setzte noch mit groBen Lettern unter den Text: „Ich habe dich immer lieb gehabt, Mama." Und dann, als zweites Postscriptum, in kleinerem Format, „GrüBe bitte meine Schwester Susanne von mir." —

Der Brief an Marion wurde der langste; die arme stöhnende, ab und zu weinende, von Unterleibsschmerzen und Todesgier arg geplagte, auch noch unter der kratzenden Stahlfeder leidende Tilly schrieb fast eine ganze Stunde an ihm.

In Satzen, die sich haufig verwirrten und nicht immer logisch nebeneinander standen, versuchte sie, der groBen Schwester zu erklaren, wie alles zusammenhing und was sie zu dem erleichternd-schauerlichen EntschluB gebracht hatte, den auszuführen sie nun im Begriffe war. Dabei lieB sie sich auf mancherlei Einzelheiten ein, deren Bedeutung nicht ganz plausibel wurde, die ihr aber jetzt von besonderer Wichtig-

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