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rechnungen und Forderungen, die Gegenwart wie die Zukunft betreffend. Jeder hatte etwas Besonderes beizusteuern zu dem ewig erregenden, höchst komplexen Thema. Dem einen waren gerade gestern sehr bedeutsame Mitteilungen über die Stimmung bei den Industriearbeitern im Ruhrgebiet zugekommen; der andere hatte die Cousine eines Diplomaten getroffen, der seinerseits den französischen Botschafter in Berlin kannte und diesen eingeweihten Herrn unlangst ausführlich gesprochen hatte. „Eines steht fest," wurde behauptet, „die Unzufriedenheit nimmt überall zu, besonders bei den Arbeitern, auf die es schlieBlich ankommt." — „Beinah Hungersnot, mitten im Frieden!" lieB sich ein anderer hören. „Auf die Dauer kann keine Regierung das aushalten." Und ein Dritter: „Die ganze Schweinerei ist innerlich morsch, unterhöhlt, reif zum Sturz — da kann keine Frage sein. Aber niemand weiB, was nachfolgen soll. Den Nazis ist es gelungen, den Deutschen und der ganzen Welt einzureden, daI3 nach Hitier ,das Chaos' hereinbrechen wird." Bei dem Wort „Chaos" wurde allgemein gelacht. Nur Friederike und Kikjou, eingesponnen in eigene und andere Gedanken, waren es, die ernst blieben. Die Schwalben-Mutter, die sich zu ihren Gasten gesetzt hatte, rief — nun schon ganz bei der Sache, enthusiasmiert wie je —: „Freilich, das Entscheidende ist: daB die aktive Opposition es ganz genau weiB und unzweideutig formuliert was nachher kommen soll."

Der junge Hollander, der aB, wie ein Knecht nach der Arbeit eines langen Tages zu Abend iBt, nickte leidenschaftlich. Alle bewegten mit ihm die Köpfe. Sogar Friederike und der kleine Kikjou schienen plötzlich beteiligt. Kikjou lieB die vielfarbigen Augen gleichsam flehend von einem zum anderen wandern, als erbateer Auskunft: Sagt es mir, was nachher kommen soll!

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