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So ehre ich auch am besten Martins Andenken. Er ist zu früh müde gewesen — auch dieses hast Du gewollt und so eingerichtet. Du hast ihn aus unserer Mitte entführt, wie der Zeus den Ganymed —: mit furchtbaren und strahlenden Handen hast Du ihn zu Dir empor gerissen.

,Lieber Gott', dachte der Liegende, dem nun endlich die Augen zufielen — denn seine Gedanken waren am Ziel—, ,lieber, ratselhafter, schrecklicher Gott: ich will mich ungeheuer zusammennehmen, auf daB ich nicht ermatte und möglichst stark werde.

Habe ich Deinen Willen erraten ? — Ach nein, wohl immer noch nicht. Wer kannte je Deinen Willen ? . . . Ich erinnere mich eines frommen Wortes: „Wenn man durch Vernunft es fassen könnte, wie der Gott gnadig und gerecht sein könne, der so viel Zorn und Bosheit zeigt, wozu brauchte man dann den Glauben ?"

Wahrlich, ich glaube an Dich.

Bitte, laB mich jetzt schlafen!'

Wal ter Konradi war ein aktiver Antifascist. Er stand in lebhafter Beziehung zu den Illegalen im Reiche und zu verschiedenen Zirkeln der politischen Emigration. Durch seine Freundschaft mit der armen Friederike Markus, genannt Frau Viola, war er nun mit dem Kreis der Schwalbe in Kontakt gekommen; besonders schloB er sich an Ilse Proskauer an. Als er sich mit ihr verabredete, sprach er so leise, daB Frau Viola es nicht hören konnte. Er lud die Proskauer in ein Kino ein; spazierte auch mit ihr durch den Bois de Boulogne. Sie war erst etwas erschrocken, weil er ihr so intensiv den Hof machte. SchlieBlich glaubte sie ihm, daB er sie reizend fand. „Sie sind schön, Ilse — schön von innen heraus ..." flüsterte er ihr in den schragen Nacken. Dergleichen hatte sie noch

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