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selten zu hören bekommen; umso angenehmer klang es ihr nun. Er war ein perfekter Don Juan —: seine Stimme, kraftig sowohl als auch einschmeichelnd; seine Hande, wohl geübt in allen Zartlichkeiten. Sie lieB sich küssen; er bog, leidenschaftlich aber gewandt, ihren Kopf nach hinten: — „Du bist wundervoll — von innen heraus . . hauchte er ihr zu —; seine Lippen glitten über ihre groBe, gebogene Nase. Er fragte sie: „Darf ich zu dir kommen — heut nacht ?" Sie nickte selig. Er kam. Es fiel ihr auf, daB er nach Cognac roch — er hatte sich Mut angetrunken —; sie vergaB es. Er liebte sie, es gab keinen Zweifel. Sie war nie geliebt worden. Sie hatte nie geglaubt, daB sie begehrenswert sei. Es war köstlich, in seinen Armen zu liegen. Er erzahlte ihr aus dem Konzentrationslager. „Mein SüBer — was muBt du gelitten haben!" Und er gestand ihr: „Wie oft habe ich mich damals nach einer Frau, wie du es bist, gesehnt." Sie war glücklich; er schien es auch zu sein. Ehe sie sich am Morgen trennten, erfuhr sie: er muBte nach Deutschland, ,,in geheimer Mission". — „Aber das ist gefahrlich!" Ilse war entsetzt. Er versicherte: „Ich komme schon heil zurück."

Ein paar Tage spater war er wieder da; ein dicker Haufen illegaler anti-Nazi-Literatur — in Deutschland gedruckte Flugblatter und Broschüren — bewies, daB er nicht untatig gewesen war und die richtigen Leute gesehen hatte. Er gab sich wieder ziemlich viel mit der Proskauer ab, schlief auch noch einmal mit ihr, und lieB sich von ihr Details über ihre Arbeit für das Jüdische Hilfscomité erzahlen. Sie berichtete gerne, weil er beeindruckt schien. Eigentlich war sie diskret; ihm aber vertraute sie, er hatte sie ganz gewonnen. „Es ist eine wunderbare Arbeit," versicherte sie. „Ich bekomme Einblick in so viel menschliches Schicksal. Auch in Deutschland haben wir Freunde.

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