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so leicht an den Gedanken, daB menschliche Wesen Dinge aus purer Gemeinheit tun; — aus keinem anderen Grund. Gemeinheiten um eines Vorteils willen — das nimmt man ja schon fast als Selbstverstandlichkeit hin. Die Gemeinheit um der Gemeinheit willen hat etwas Überraschendes ..."

Sollte man sich mit der französischen Polizei in Verbindung setzen ? Sicherlich; die Proskauer aber wurde dadurch keineswegs frei. — WuBte Friederike Markus, genannt Frau Viola, über die Machenschaften ihres Liebsten Bescheid ? Man hielt dies für unwahrscheinlich; immerhin schien es ratsam, mit ihr Fühlung zu nehmen: um sie aufzuklaren, wenn sie ahnungslos war; um sie unschadlich zu machen, sollte ihre Mitschuld an den Tag kommen.

Niemand zeigte Lust zu so delikater Visite; schlieBlich erklarte David Deutsch sich bereit. „Wenn es sein muB," sagte er, und verneigte sich schief, das Haar wie in standigem Entsetzen gestraubt über dem wachsern zarten Gesicht. Eine Stunde spater saB er bei Friederiken, die ein wunderliches Hauskostüm trug und ihn zunachst herzlich bat: „Nennen Sie mich Frau Viola! Ich bin es nicht anders gewöhnt, auch mein Gabriel nennt mich so". — ,,Ihr Gabriel," bemerkte David Deutsch — wobei er gequalt die Schultern bewegte und ganz bucklig aussah vor Verlegenheit —, ,, — er ist abgereist." Frau Viola schien es nicht zu begreifen — jedenfalls nicht zu realisieren, was es für sie bedeutete. „Ei, ei," sagte sie nur und spielte sinnend mit den fahlen, steif gedrehten Löckchen über ihrer Stirn. David erganzte: „Und so bald wird er wohl auch nicht wieder kommen. — WuBten Sie denn, daB er reisen wird ?" — „Ich ? — Wieso ?" fragte Friederike. Und, mit einem plötzlichen Flackern von Angst im Bliek: „Er ist doch in Paris!"

Es dauerte lange, ehe die Armste alles verstand —

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