Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

F riedrich ist ein weitherziger, grundgescheiter Mensch; ein überzeugter Nationalsozialist, aber gar nicht fanatisch ..." Auf diesen Brief hatte Benjamin keine Antwort; die Korrespondenz hörte auf. — Leb wohl, meine Liebe! Zehn Jahre unseres Lebens sind wir beieinander gewesen, vergiB das doch bitte nie! VergiB, zum Beispiel, bitte nie die so sehr gemütlichen Kammermusik-Abende in Marienburg! Was ware denn nun, wenn ich dich geheiratet hatte, damals, als wir beide jung gewesen sind ? Sahe dann alles besser aus, oder noch komplizierter ? -— Ach, zu wem spreche ich und wen rufe ich an ? Lebt die Annette noch, an die ich mich erinnere ? Eine andere, fremde spaziert nun durch die StraBen von Köln, am Arme ihres prachtigen Staatsanwaltes — durch diese StraBen, die unbetretbar für mich geworden sind; ein Abgrund liegt zwischen mir und ihnen — ein Abgrund zwischen mir und Annette — ein Abgrund . . .

Professor Abel — alternd, heimatlos und sehr allein — fand seinen Trost in der Arbeit. Denn arbeiten konnte er wieder. Die Lahmung war gewichen. Er fühlte sich unverbraucht und frisch, bei aller Betrübtheit. ,Schon aus Trotz will ich tatig sein,' beschloB er grimmig. ,Schon aus Wut und HaB bin ich widerstandsfahig. Glauben diese Barbaren drinnen im Reich, deutscher Geist höre auf, zu wirken, weil sie ihn, durch Dekret, verbieten oder verstümmeln? Denen wird man es zeigen! Professor Besenkolb, und alle seinesgleichen — zerspringen sollen sie, und schamen sollen sie sich, wenn sie mein neues groBes Buch zu Gesicht bekommen!' —

Benjamin — von Natur bescheiden — war selbstbewuBter geworden. Er wollte sich behaupten; war entschlossen, nicht unterzugehen. Zweifel am eigenen Wert ware ein Luxus gewesen, den er sich, bei so harten Lebensumstanden, durchaus nicht leisten

Sluiten