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drapiertem Kostüm; la belle Juive, noch immer, bei deren Anblick Herren animiert mit der Zunge schnalzen. Freilich gab es gewisse Scharfen in ihrem schonen Gesicht. Der dunkelrot gefarbte, groBe, stark geschwungene Mund wurde an den Winkeln von zwei müden kleinen Falten gesenkt; die Haut schien ein wenig angegriffen, matt und flaumig geworden, und die Beweglichkeit der etwas zu grofien Nüstern hatte einen nervösen Charakter — den Charakter eines unruhigen, nach erregenden Gerüchen gierigen Schnupperns bekommen.

Sie photographierte sich gut. In einigen Szenen sah sie blendend aus, sowohl in groBer Toilette als auch im Negligé. Trotzdem beschloB der Regisseur, jene Bilder aus dem Film zu schneiden, die sie im zartlichen tête-a-tête mit einem Leutnant zeigten. Wahrend Tilla auf die zweihundert Dollars wöchentlich ohne Widerstand verzichtet hatte — um ihre Liebes-Szenen kampfte sie wie eine Löwin. Es nützte nichts; man gab ihr zu verstehen: sie war einfach zu alt. Als der Film zum ersten Mal in Hollywood vorgeführt wurde, bekam das blonde junge Madchen, welche die süBe kleine Naherin spielte, den meisten Applaus. Tilla durfte sich zwar mehrfach zeigen — Orchideen im Arm, Federputz in den Haaren; so erlesen zurecht gemacht wie noch nie —; doch wurde ihr entschieden weniger zugeklatscht. Die Kritiker lobten respektvoll ihr würdig-elegantes Auftreten; die Sensation des Abends aber war die kleine Blonde. „Ein neuer Stern am Himmel Hollywoods!" verkündeten die Blatter in fetten Lettern. Gemeint war stets die süBe Naherin. Von Frau Tibori war kaum die Rede.

Trotzdem versprach man ihr eine neue Rolle. Nur muBte das Manuskript noch umgearbeitet werden; diesmal handelte es sich um einen Stoff aus der Französischen Revolution. Tilla wartete. Die Herren aus

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