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einsam . . war der Refrain. „Gott sei Dank, daB ich wenigstens etwas Geld zurücklege. Vielleicht machen wir mal zusammen einen Hutladen auf, oder etwas Ahnliches."

Mehr und mehr verliebte sie sich in diese Vorstellung. Hatte sie keinen Ehrgeiz als Schauspielerin mehr ? — Ach nein: wenn sie so alt war, daB man ihr die kleinste Liebes-Szene nicht mehr gönnte —: wozu sich dann weiter plagen ? — Das lange Warten hatte sie müde gemacht. Ihr Selbstvertrauen war zerstört. Sie fühlte sich diesem Hollywood nicht mehr gewachsen. Hollywood war grausam; es warf sie weg wie ein dekoratives, aber abgetragenes Kleidungsstück, für das niemand mehr Verwendung hat. SchlieBlich war sie beinahe froh, als sich eines Tages erwies: ihr Vertrag wurde nicht verlangert.

So hatte die Qual ein Ende — die Pein des Wartens, die Folter des enttauschten Ehrgeizes. Sie durfte zurück, heim, nach Zürich —: seltsam, sie dachte an Zürich wie an die Heimat. Auf dem Bahnsteig würde sie Marie-Louise erwarten — die gute Marie Louise! Ob sie eine alte Frau geworden war? Sie fielen sich in die Arme, und abends gingen sie auf den Rummelplatz, wie zwei Schulmadchen, um den Finnischen Riesen zu sehen, den gröBten Menschen der Erde .. . Wie zwei Schulmadchen . . . Inzwischen aber war das Leben vergangen. ,Wie habe ich es verbracht ?' — Tilla hatte reichlich Zeit, darüber nachzudenken, auf der langen Fahrt durch den amerikanischen Kontinent, von Küste zu Küste. Keine Reporter fielen ihr lastig; keine Verehrer schickten Telegramme. Sie saB in ihrem privaten Abteil — das hatte sie sich doch noch geleistet — und sann. ,Ich bin beinah Fünfzig. Meine Haare waren weiB, wenn ich sie nicht farbte. Wie habe ich mein Leben verbracht ? Ein Leben ist doch eine

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