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entgegen reckte. „Auch auf dich haben wir nicht gewartet!" spricht die Freiheits-Statue: irgendein Emigrant und armer Kerl hatte einmal behauptet, diese entmutigenden Worte könne man der grofien Dame, Lady Liberty, von der Stirne ablesen. Daran muBte Abel sich nun erinnern. „Auch auf dich haben wir nicht gewartet. . Ach, sicherlich, es würde Unannehmlichkeiten bei der Ankunft geben; vielleicht lieB man ihn überhaupt nicht an Land — obwohl doch sein Visum in Ordnung war und sein PaB noch für eine Weile Gültigkeit hatte —; vielleicht wurde er gleich zurückgeschickt, deportiert, oder muBte mindestens für mehrere Tage auf jene graflliche Insel, Ellis Island genannt, wo man verdachtige Fremde wie Zuchthausler traktierte —: davon hatte Abel viel des Schlimmen gehort.

In Wirklichkeit verlief dann alles sehr harmlos. Abel hatte die Nacht vor Aufregung nicht schlafen können. Das Schiff lag seit Mitternacht in Quarantane, vor New York. Um fünf Uhr morgens war Benjamin auf dem Deck. Aus dem blau schwimmenden Dunst des frühen Sommertages trat, zart und deutlich, die zackige Linie der Wolkenkratzer — wie eine phantastische Kulisse zwischen den verschleierten Himmel und das sanft schimmernde Meer gestellt. ,Das ist es also,' dachte der deutsche Professor, ergriffen und etwas angstlich. ,Das ist also New York . . .'

Er hatte noch reichlich Zeit, sich mit Grübeleien abzugeben, die übrigens mehr um die Vergangenheit als um die Zukunft kreisten; denn er war ein vorwiegend historisch orientierter Mensch. Er dachte an Bonn, an Annette Lehmann und an die selige Mutter in Worms; an Amsterdam, das „Huize Mozart", an Stinchen, den „Brummer" und Herrn Wollfritz; er dachte an irgendeine StraBenecke oder ein Caféhaus in Wien, an eine hübsche Perspektive durch den

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