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zu dir kommen — für ein paar Minuten. Leb wohl." Seine Augen standen voll Tranen.

Marion wollte seine Augen küssen; hatte aber Angst, vom Hotel aus beobachtet zu werden. Sie drückte ihm schnell die Hand, ohne noch etwas zu sagen.

Marions Tage in New York waren reichlich ausgefüllt. Sie studierte mit einer amerikanischen Schauspielerin ihre englischen Rezitationen, sowie die kleinen Vortrage, die den Versen als Einleitung dienen sollten. Sie hatte Konferenzen mit ihrem Agenten, mit Journalisten, und es gab viele Menschen zu sehen. Die Menschen waren wohlmeinend und herzlich. Alle schienen voll lebhafter Sympathien mit Schicksal und Arbeit der deutschen Emigrantin, und sie auBerten HaB und Ekel, wenn von den Nazis die Rede war.

Aber die zentrale Figur für Marion in diesen Wochen wurde der Italiener, Tullio, der, schön wie ein junger Gott, mit einem Kübel und mehreren Lappen in ihre Stube getreten war. Er kam wieder, jeden Tag war er da, und schlieBlich wagte er es sogar, sie nachts zu besuchen, obwohl doch alle im Hotel ihn kannten. Er schlich sich durch den hinteren Eingang und benutzte, um nach oben zu gelangen, nicht den Lift sondern die Treppe: die enge, dunkle, fast verbotene Treppe, die abgestorben zu sein schien wie ein Körpelteil, den man nicht benutzt, und die nun endlich ihren Sinn, ihr neues Leben bekam.

Auf der Treppe aber begegnete er keiner Geringeren als der Gattin des Managers, die wohl, vom Korridor her, Schritte gehort hatte und neugierig lugte, wer sich da herumtreiben mochte. „Wohin wollen Sie?" fragte unbarmherzig die Dame. Tullio seinerseits wurde rot und blaB. Der SchweiB trat ihm

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