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fremden Akzent. Marion wuCte gleich: Der führte Böses im Schilde; er wollte sie hereinlegen, aufs Glatteis locken. Zunachst blieb er auBerst höflich. „Fraulein von Kammer ist eine Künstlerin," steilte er artig fest. „Sie kennt und liebt die groBe deutsche Kultur — ich habe ihren Vortrag sehr genossen. Eine Patriotin — und sicherlich ist Fraulein von Kammers vaterlandisches Empfinden stark und ehrlich — kann nicht die Absicht haben, Propaganda gegen ihr eigenes Land zu machen." Mit einem überlegenen Lacheln fuhr er fort: „Wenn ich die Rednerin recht verstanden habe, so verdammt sie das Dritte Reich vor allem aus humanitaren und kulturellen Gründen. Sie stellt die Behauptung auf: Deutschlands beste Geister — die man nach ihrer Ansicht nicht mehr fragen kann, da die betreffenden Herren langst nicht mehr unter den Lebenden weilen — würden heute gegen Hitiers Staat sein, weil sie sich über gewisse Harten der totalitaren Regierungsführung und über die Einschrankung der Pressefreiheit empören müBten." Er machte eine Pause; sein Lacheln drückte Skepsis und Mitleid aus. Dann aber wurde es lauernd. Den Oberkörper vorgeneigt, das Gesicht starker gerötet, bemerkte er:

„Nur Eines erstaunt mich bei den Fanatikern des Antifascismus — bei unserer begabten Rednerin, wie bei vielen anderen. Warum finden sie Vorgange und Institutionen in Sowjet-RuBland verzeihlich, die ihnen im Deutschen Reich so sehr miBfallen ? Nehmen wir sogar an, in Deutschland seien Grausamkeiten begangen worden, wie in jedem jungen, revolutioneren Staat —: ich wil! sie gewiB nicht entschuldigen. Aber ich muB doch fragen: Hat die bolschewistische Diktatur sich nicht unvergleichlich mehr, nicht sehr viel Schlimmeres zu schulden kommen lassen? — .Diktatur': da haben wir ja

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