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bedingungen zu einem Zeitalter, das fast das Goldene ware, sind durchaus gegeben. Es fehlen noch die moralischen. Die werden sich entwickeln —: ich bin voll Vertrauen. Inmitten des sittlichen Absturzes, dessen Zeugen wir sein müssen, bereitet der sittliche Aufschwung sich vor. Die Menschheit ist jung, sie tritt gerade erst ins Mannesalter ein. IhrePubertats-Krankheiten sind besorgniserregend, wir konstatieren garstige Symptome. Das soll uns nicht mutlos machen."

Er war voll Vertrauen, weil sein Herz voll Liebe war. Er liebte diese Frau — ihre mageren Glieder, die schragen Augen, die lockere Mahne des Haares —; er wollte mit ihr leben, seine instandige Absicht war: glücklich zu sein —: daher die Begeisterung und der gewagte Flug seiner Gedanken. Eine Konversation, die mit anerkennenden Bemerkungen über das appetitliche AuBere und die intellektuelle Zuverlassigkeit eines jungen Kollegen begonnen hatte, hob sich und vertiefte sich, ward sehr ernst und sehr spielerisch, bekam verzückte Akzente.

Der alternde Freier begriff: Anmut und Charme der Jugend habe ich langst nicht mehr — bin übrigens auch als Zwanzigj ahriger kein Adonis gewesen. So muB ich mit anderen Mitteln werben und imponieren. Sie freut sich an meinen Einfallen, und meine Erwagungen lassen sie nachdenklich werden. Sie lachelt mir schon zu, sie drückt meine Hand, wenn ich komme oder Abschied nehme. Sie wird mich lieben, sie ist klug und gut. Ich gewinne ihr Herz. Sie liebt mich schon. Ach — hatte ich schon gewonnen ?

Sorgenvoll stimmte ihn, daB sie gerade am Weihnachtsabend allein sein wollte. Warum weigerte sie sich, mit ihm, Benjamin, in aller Stille eine Flasche Champagner zu trinken ? — Sie schloB sich in ihr Hotelzimmer ein, und eben dort war es doch am wenigsten gemütlich. Die enge Stube war entweder

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