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alles vorüber ist. Dieser monströse Staat ist hohl wie die Köpfe derer, die ihn dirigieren. Das Hohle hafit oder bewundert man nur, so lange es Macht hat. Wenn es gestürzt ist, vergiflt man es möglichst schnell, wie einen Alptraum."

Marion erinnerte sich an ein paar Zeilen, die sie oft rezitiert hatte: „Nicht gedacht soll seiner werden . . ." Es war eine ihrer wirkungsvollsten Nummern gewesen. Sie begann, fast mechanisch, das schauerliche FluchGedicht aufzusagen; unterbrach sich aber, und wiederholte eigensinnig:

„Wir müssen zurück. —Ungeheure Aufgaben werden sich stellen, wenn der Alptraum ausgetraumt ist. Wer soll sie denn bewaltigen — wenn wir uns drükken?! Die alten Gruppierungen und Gegensatze — ,rechts und links', ,bürgerlich und proletarisch' — werden keine Geltung mehr haben. Die Menschen, die guten Willens sind — die anstandigen Menschen finden sich, vereinigen sich, arbeiten miteinander. Wir gehören doch zu ihnen! — Wollen wir uns denn ausschlieBen ?!" Sie packte Abel am Arm. Sie rief ihm zu: „Komm mit mir!" — als führe der Zug, dort drauBen auf dem Geleise, nicht nach Chicago, sondern nach Berlin, und sie müBten sich sputen, um ihn noch zu erreichen.

„Aber ich bin so gerne in Amerika!" sagte er, etwas schlafrig. „Und ich mag Professor Besenkolb nicht wiedersehen." — „Den lassen wir hinrichten!" entschied Marion. Sie lauschte, schrag gehaltenen Kopfes. Dies war das Gerausch des Zuges, der sich langsam in Bewegung setzte. Der Gepacktrager kehrte mit leerem Karren in die Bahnhofshalle zurück.

Marion sank ein wenig in sich zusammen. Sie wandte Benjamin ihr Gesicht zu — ein erschöpftes Gesicht, mit kleinen Falten um die schragen Augen und den üppigen Mund. Die Hande hoben sich von

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