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was wollen wir anstoBen?" fragte einer der anderen. Der Altere von ihnen entschied: „Na — da!3 es noch eine Weile weitergehen soll . . Der Jüngere hatte nichts einzuwenden. —

Es sollte doch noch eine Weile weitergehen —: so empfanden die Meisten, trotz allem Schweren, was es auszuhalten gab. Einige aber sagten sich: Ich muB mein Leben radikal, von Grund auf andern — sonst ginge es wohl nicht weiter. Sogar die Kabarettistin Ilse 111 hatte sich zu der Erkenntnis durchgerungen: Meine Karriere ist an einem toten Punkt. Zwar kann ich nicht haBlich sein —da ich ja Talent habe —; aber die Menschen sind wankelmütig, besonders die Pariser, und in anderen Stadten habe ich sowieso keine Chancen. Das Unwahrscheinliche ist Tatsache geworden: Der Erfolg bleibt aus. Sicherlich kommt er mal wieder —: Ilse 111 gibt nicht nach, die Welt wird noch von mir hören. Für den Augenblick aber sieht es hoffnungslos aus. Unbeschaftigt in den Pariser Cafés herum zu sitzen und mich von den Kollegen bemitleiden zu lassen —: dazu fehlt mir die Lust. Übrigens lieBe man mich verhungern. Kein Mensch zahlt mir einen Teller Suppe, wenn ich nicht mehr die berühmte Ilse bin.

Jetzt war sie eben noch berühmt genug, um etwas Geld aufzutreiben: sie brauchte es für die Reise. Auch das Affidavit konnte sie sich verschaffen. Die Bekannten fragten: Was willst du denn in Amerika? Sie lieB es geheimnisvoll offen; war aber im Herzen entschlossen: Ich verdinge mich als gemeine Magd. Dienstmadchen will ich werden. Sie war eine radikale Natur. Da der Weltruhm auf sich warten lieB, und die Theaterdirektoren lauter Schweine waren, wollte sie nun gründlich elend sein. Nur nichts Halbes! Keine Kompromisse! — Sie fuhr Dritter Klasse, auf einem recht kleinen, obskuren

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