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Hande; dabei wiegte er leicht den Kopf, auch sein Oberkörper geriet in rhythmisches Schwanken —: kummervolle orientalische Pantomime, seltsam kontrastierend zum Elan der Worte, die er gesprochen hatte. — Nathan-Morelli — matt, aber aufmerksam — schaute auf diese klagend hin-und-her-bewegten, höchst zerbrechlichen Finger. — „Werden Sie stark genug sein ?" Er fragte es behutsam und schonend. „Ich meine —: werden Ihre Hande kraftig genug sein für den Zimmermanns-Beruf ?"

Über Davids zartes Wachs-Gesicht lief eine helle, geschwinde Röte, als würde sein Schamgefühl verletzt durch solchen Zweifel. Er reckte sich ein wenig und rief: „Es muB gehen — es muB! — Ich freue mich auf das neue Leben!" Dies behauptete er mit Nachdruck; wiegte aber jammernd Haupt und Oberkörper. „Wollen Sie Bilder von unserem Lager sehen?" Er kramte aufgeregt in den Jackentaschen; Nathan-Morelli muBte lacheln, weil David schon von „unserem Lager" sprach. — „Alles ist dort von den jüdischen Intellektuellen selbst fabriziert. Sie haben die kleinen Hauser selbst gebaut, in denen sie wohnen, und diese Tische, diese Schranke und Krüge: alles ihr Werk! Ist das nicht prachtvoll ? Es muB ein wundervolles, tröstliches Gefühl sein, auf einem Stuhl zu sitzen, den man gezimmert hat, mit den eigenen Handen . . . Und wenn sie dann ausgebildet sind — wenn sie etwas Praktisches, Nützliches wirklich können —, dann finden sie eine Stellung, irgendwo in der Welt — in Australien, oder in Argentinien, oder in Alaska — ganz egal, wo. Die Lager-Leitung besorgt ihnen das. Der Mann, der das alles ins Leben gerufen hat, heiBt Nathan: ein famoser Mensch, ich habe ihn kennen gelernt; ein groBer Organisator, ein aktiver Philantrop. Er hat viele Existenzen gerettet; manches Leben, das sich schon selber aufgeben wollte,

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