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nicht mehr erkennen; sie sind verstümmelt, beinah platt gedrückt —: da seht ihr, was die Menschenwürde ist! Haben diese komischen Kadaver noch Würde ? Lacht doch über sie! Kichert, frohlockt über die komplette Entwürdigung! Wer weint hier ? Wer ist altmodisch, ahnungslos genug, noch Tranen zu vergieBen angesichts eines so natürlichen, heiteren, durchaus modernen kleinen Zwischenfalles ? — Nehmen Sie sich doch zusammen, Fraulein! Sie scheinen zu vergessen, in welcher Zeit Sie leben! Das Gebot der Stunde heiBt: Entmenschlichung; Verhartung des Herzens . . . Voici le temps des assassins! Sie werden ja zum öffentlichen Gespött, dumme Gans!

Wir kennen die Weinende, es ist das Meisje, sie irrt mit ihren zwei Kameraden, der Schwalbe und Doktor Mathes, vor den aufgerissenen, zerfetzten, rauchenden, brennenden Hausern. Ganze StraBenzüge sind in Trümmer gelegt, die Hauser stehen schauerlich geöffnet, ihre Vorderwand ist abgefailen, schamlos enthüllen sie ihr Inneres, ihr Eingeweide: man kann in die Stuben sehen wie auf kleine Bühnen. Noch immer stürzen Treppen oder Mauern ein. Das fallende Gestein donnert wie eine Lawine. Die Verwundeten schreien, manche wimmern nur noch, andere schweigen. Die Toten schweigen. Es schweigen auch die Leute von Barcelona — die Bürger der MartyrerStadt. Stumm irren sie zwischen den Trümmern.

Das Meisje aber vergieBt Tranen. Man muB es ihr verzeihen, sie ist überanstrengt, und übrigens halb verhungert. Es gibt nicht mehr viel zu essen in der schonen Stadt Barcelona. Sie taumelt, Mathes und Mutter Schwalbe halten die Sinkende.

„Meisje . . . liebes Meisje ..." flüstert Mathes. Er liebt sie, er ist ihr Gatte, sie sind glücklich gewesen. Er streichelt ihre Wangen, ihr zerzaustes Haar. Seine Hand zittert. Wenn er nur eine Zigarette hatte! Er hat

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