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seit Tagen keine Zigarette gehabt, die Gier nach dem Nikotin ist viel arger als Hunger. — „Meisje . . . aber Meisje!" wiederholt er und zieht sie an sich; sie gleitet beinah willenlos in seine Arme. Dort ruht sie, mit geschlossenen Augen, das blasse schone Gesicht naB von Tranen.

Was aber ist nun in die Schwalbenwirtin gefahren ? Sie laBt Meisje los — das kann sie riskieren: Mathes stützt und halt seine Frau —; sie eilt davon, die würdige Matrone macht groBe Schritte — es ist halb ein Marschieren, halb ein Hüpfen: überraschende Gangart für eine weiBhaarige Alte. Der feldgraue Soldatenmantel, den sie tragt, reicht ihr fast bis zu den schweren, schmutzigen Stiefeln. Der Mantel ist ihr zu weit, er flattert, da sie nun hüpft und stapft. Was haben ihre scharfen Augen — die Kapitans-Augen unter buschigen Brauen — denn entdeckt ? Warum eilt sie so ? Hier gibt es doch nichts als Trümmer . . .

Noch hat sie nicht gesehen, nur gehort. Sie lauft dem leisen Weinen eines Kindes nach. Sie lauscht und rennt. Aus dieser Richtung ist das rührende Gerausch, die kleine Klage des Kindes gekommen . . . Die Schwalbenmutter sieht sich gezwungen, über eine Leiche zu steigen, wie über einen gefallenen Baum. Der Tote starrt ihr aus aufgerissenen Augen nach, die Schwalbenmutter erschrickt, sie hat Angst, sie bemerkt nicht, daB sie in eine Blutlache getreten ist: nun gibt es auch noch rote Flecken an ihren Stiefeln, neben den erdigen Krusten.

Gleich aber wird sie das blicklose Starren des Toten vergessen dürfen; denn dort sitzt das Kind — klein, rundlich und wohlerhalten, unter gestürzten Steinen, wie in einer Nische. Ein ganzes Haus ist zusammengestürzt, seine Einwohner sind getötet, wie Viele mögen hier begraben sein! Dieses Kind ward ver-

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