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wahrscheinlich hat sie mich einfach versetzt; ist mit einer Freundin ins Kino gegangen, oder mit einem Freund. Übrigens könnte ich jetzt doch nicht mehr arbeiten; das Licht ist schwach geworden —: welch ein blasses Licht, in welch fahlem Glanz stehen die Dinge!

Jerusalem ist schön zu dieser Stunde; die Heilige Stadt hat viel feierlich-traurige Schönheit, zu Anfang war ich glücklich hier — beinah glücklich; mir gefielen die jungen Leute; ich dachte: etwas ganz Neues entwickelt sich hier, die Wiedergeburt, die vielversprechende Renaissance einer Rasse; die jungen Juden — dachte ich erfreut — haben keinen scheuen Bliek, keinen gebückten Gang mehr; sie schauen mutig um sich, tragen den Kopf hoch, ein neues SelbstbewuBtsein gibt ihnen neue Würde. Und wie sie arbeiten können! Ich beobachtete sie auf den Feldern, an den Neubauten, an den Maschinen; ich sah ihnen auf den Sportsplatzen zu. Ich zeichnete sie in den schonen Posen der Arbeit und des Vergnügens. Ich war stolz auf sie. Ich fühlte: Es ist gut, einer von ihnen zu sein. Ich gab mir Mühe, etwas Hebraisch zu lernen. Man lieB mich ein Fresko für eines ihrer neuen Gebaude entwerfen. Ich wollte ein guter Bürger unseres alten, neuen Landes sein.

. . . Das war zu Anfang, in den ersten Wochen. Seitdem habe ich viel gesehen — zu viel, und nicht alles war gut. — Bin ich enttauscht ? Es ware eine Schande, dies zuzugeben. Das Leben ist überall interessant, es hat überall Farbe, es kann nie enttauschen. Langweilig und schlimm sind nur die kleinen — oder groBen — Probleme, mit denen die Leute sich ihr Leben vergallen: lauter erfundene Sorgen, abstrakte Komplikationen — sowohl stumpfsinnig als auch gefahrlich; beunruhigend und ode zugleich. Oh, über diesen Dünkel der Klassen, Rassen, Religionen! Über

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