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Menschheit haBlich, wie eine geistlose Frauensperson, die ohne Charme altert ? Sie schminkt sich jugendlich frische Backen, wodurch sie noch gemeiner und verbrauchter wirkt. Es ware ganz trostlos — wenn nicht auch noch andere Typen vorkamen. Mein vaterliches Maler-Auge entdeckt sie gleich, prüft sie mit Wohlgefallen und freut sich ihrer. Zuweilen erscheint ein Antlitz in der Menge — hier, oder sonst irgendwo —: es ist stolz und rein; es hat den Schimmer der Unschuld, samt der Würde, die nur das überstandene Leiden verleiht. Ich sehe es, und finde mich neu entflammt, neu verliebt — unersattlicher alter Liebhaber des Menschenantlitzes, der ich bin.

So ware noch nicht alles verloren? Sind neue Krafte im Anrücken ? Formiert sich eine neue Elite ? Ist eine neue Schönheit im Entstehen begriffen ?

,,Zu jeder Zeit gab es eine verwesende und eine werdende Welt." — Wo habe ich das neulich gelesen ? Bei Nietzsche.

Ich will mich ans Fenster setzen und das letzte Licht dieses Tages zur Lektüre nutzen. Aber es ist nicht die Zeitung, die mich lockt; nicht das politische Magazin. — In Nietzsches NachlaB finde ich die Stelle:

„Pfui über die, welche sich jetzt zudringlich der Masse als ihre Heilande anbieten! Oder den Nationen! Wir sind Emigranten ..."

Der alte Mann am Fenster blieb unbeweglich, die erfahrene Stirn über die Seiten des Buches geneigt. Indessen las er nicht weiter. Die Augen traumten, und um den blassen, sinnlichen Mund lag ein Lacheln — sehr trauervoll und nicht ohne Hochmut.

,Wir sind Emigranten . . Wie recht hat der kranke Weise! Und wie weise^ist er gewesen, solche Erkenntnis für sich zu behalten, so lange er lebte: erst im „NachlaB" wurde sie publik. Hat man ihn ganz ver-

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