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fand die Küche vorzüglich; die Bilder-Kollektion beachtenswert. Niemand zweifelte die Echtheit des Greco an, und man war liberal genug, sich an dem sinnlichen Reiz des Renoir zu entzücken.

Bernheim blieb optimistisch, bis zum bitteren Ende. Der Bundeskanzler tat die schauerliche Fahrt nach Berchtesgaden; das Plebiszit, das die Nazis erledigen sollte, ward kühn beschlossen — und abgesagt. Bernheim sagte: „Es gibt immer noch Mussolini!"

Indessen bekam er AnlaB zur schmerzlichster Verwunderung. Nur die deutsche Armee marschierte, wahrend die italienische sich durchaus still verhielt. Österreich wehrte sich nicht, Frankreich hatte Kabinettskrise, Europa beobachtete mit ehrfurchtsvoller Spannung die historischen Vorgange, der Führer und der Duce wechselten fröhliche Telegramme. Bernheims einflufireiche Freunde wurden verhaftet oder waren schon abgereist, mehrere von ihnen erschlug man, alle galten jetzt als Vaterlandsverrater, weil sie ihrem Vaterland nach bestem Wissen und Gewissen gedient hatten. Bernheim —- guter Katholik und österreichischer Patriot — erkannte endlich, mit Grauen: Ich habe mich wieder verrechnet, es geht noch einmal schief. — Gibt es denn keine stabilen Werte mehr in dieser zerrütteten Welt ? — grübelte der fassungslose Bankier. Halt sich nicht einmal Mussolini ? . . . Dem Himmel sei gedankt, daB ich Geld in England habe! Ich reise nach London, lieber heute als morgen . . .

Er klingelte dem Kammerdiener, damit er ihm die Handkoffer packe. Der Bursche war in die Stadt gefahren, ohne erst Erlaubnis einzuholen. Bernheim muBte sich seine Sachen selbst zusammensuchen. Ein paar kostbare Kleinigheiten — schwere Manschettenknöpfe; Krawattennadel mit groBem Diamanten -— steckte er sich in die Tasche —: für alle Falie. ,Die

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