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Die Leute applaudierten: hier ward gute Arbeit getan. Sie heulten: „Saujud! Menschenschinder!" Das Goldene Wiener Herz war in Aufruhr, die Wiener Gemütlichkeit tobte, der Stephans-Turm schaute zu. „Immer feste druff!" verlangte schneidig eine Mannerstimme mit dem preuBischen Akzent, der hier früher kaum beliebt gewesen war. Jetzt aber nahm niemand AnstoB; man war in festlicher Stimmung, durchaus bereit, das alte Vorurteil aufzugeben, und übrigens vom Ehrgeiz erfüllt, selber „schneidig" zu werden. „Immer feste druff!" kreischte das Goldene Wiener Herz —: der Berliner Tonfall klang noch nicht ganz natürlich aus dem Munde der Österreicher; aber sie würden es lernen, waren der besten Absichten voll — und prügeln konnten sie jetzt schon, wie die deutschen Brüder in Dachau oder Oranienberg: dies bewiesen die uniformierten Burschen, lauter echte Wiener Kinder, tapfere Kerle — zehn junge Athleten gegen einen kranklichen alten Israeliten —: immer feste druff!

Bernheim sagte mit bebenden Lippen zu seinem Chauffeur: „Fahren Sie weiter!" Erdachte: ,Ichwerde mit dem französischen Konsul telephonieren; ich schicke ihm einen Boten; er gibt mir das Transitvisum — er muB es mir geben — ich muB fort — der Konsul hat bei mir zu Abend gegessen, er kann nicht dulden, daB ich hier erschlagen werde wie ein toller Hund . . .'

Er wiederholte: „Ich bitte Sie — fahren Sie weiter!" Der Chauffeur antwortete ihm mit einem trüben Bliek über die Schulter. Der Wagen war schon umringt; Bernheim begriff: Ich bin in der Falie, bin ausgeliefert, am Ende. — Der Chauffeur schaute ihn an, mitleidig und verachtlich. Bernheim erinnerte sich plötzlich, in all seiner Angst: Der Chauffeur war ein Sozialdemokrat, er hatte im Februar 1936 gegen die Truppen der

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