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Tausende haben gelitten wie er; manchen ward noch Schlimmeres zugemutet, andere kamen etwas glimpflicher davon. Ein Storm von Flüchtlingen ergieBt sich aus dem gemarterten Land: wohin mit ihnen ? Wer nimmt sie auf ? . . . Manche Züge, voll mit Menschen, die sich schon in Sicherheit wahnten, muBten an den Grenzen wieder umkehren: das Nachbarland wollte die Unseligen nicht. Sie bringen Unglück, und sie fressen uns arm — dies war das Empfinden der guten Nachbarn. „Weg mit euch!" riefen sie und verscheuchten die Emigranten wie böse Geister. „Sucht euch ein anderes Asyl! Nicht bei uns! Ihr verpestet die Luft, die ihr atmet!" — Wie viel Tranen flossen da, an der Grenzstation! Wie viel Schreie — Manner-, Frauen- und Kinder-Schreie, ein Konzert von schrillen Dissonanzen, eine Symphonie der Qual! Manche warfen sich vor den Zug: lieber sich von seinen Radern zermalmen lassen, als zurückkehren in die Heimat, die Hölle. — Die Grenzbeamten zeigten Verstandnis für solche Verzwei flungstat, obwohl sie geeignet war, den Eisenbahn-Betrieb empfindlich zu storen. „Aber was bleibt den armen Leuten sonst übrig ?" fragten die Beamten — milde, soweit das Dienst-Reglement es erlaubte.

Andere waren glücklicher, sie gewannen die Freiheit, freundliche Menschen standen ihnen bei. In Zürich, zum Beispiel, durften viele eine Weile sich aufhalten — ein paar Wochen nur, wenige Monate höchstens; aber es war doch lange genug, um die dringlichsten Affaren zu ordnen, sich Visen und Schiffsbillett für die Übersee-Reise zu verschaffen. Denn was sollte man noch in Europa ? Für die Wiener hatte Wien Europa bedeutet; allenfalls kamen noch Salzburg, Innsbruck und Paris in Frage. Nun safien sie mit verstörten Gesichtern herum und erklarten: ,,Es gibt Europa nicht mehr . . ."

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