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So düstere AuBerungen fielen in der Pension „Rast und Ruh", wo die Damen Tilla und Marie-Luise hilfsbereit tatig waren. Ihr Etablissement war gut besetzt, es war überfüllt, die beiden Frauen hatten alle Hande voll zu tun. Dies bedeutete übrigens keineswegs, dafi sie Geld scheffelten: die neuen Gaste zahlten unregelmaBig; viele waren völlig mittellos. MarieLuise führte die Konto-Bücher; Frau Tibori kümmerte sich um die Küche. Sie machte Apfelstrudel und Gulasch für die Wiener Freunde —: „damit sie sich doch ein biBchen wie zu Haus bei uns fühlen!" — „Ich muB Frau Ottinger besuchen!" Zu diesem EntschluB war Marie-Luise wahrend der letzten Wochen wiederholt gekommen. „Die Gute wird uns noch einmal aus der Patsche helfen."

Bei Ottingers logierten vertriebene Wiener Dichter, Kammersanger, monarchistische Offiziere, Sozialdemokratische Abgeordnete und eine veritable Prinzessin, mit den Hausern Habsburg und Bourbon verwandt, jedoch in arger finanzieller Lage. Das alte Ehepaar hatte taglich etwa vierundzwanzig Personen zu Tisch — lauter Flüchtlinge. Dabei blieben andere Vierundzwanzig unsichtbar, die auf Ottingers Kosten in Pension „Rast und Ruh" oder in den kleinen Restaurants der Alt-Stadt ernahrt wurden. Manchmal wurde Herrn Ottinger angst und bange, wenn er seine Ausgaben überdachte. Er sagte zu seiner lieben Frau: „Wir sind ziemlich wohlhabend, aber nicht mehr so reich wie früher. Ich muB es dir gestehen: wir zehren vom Kapital — niemals hatte ich gedacht, es könne bis dahin kommen. Dein Mütterliches wird angegriffen — hast du etwas dagegen ?" Er steilte es mit leichtem Schauder fest; auch Frau Ottinger bekam entsetzte Augen; lachelte dann aber, gütig und resigniert. — „Wie lang leben wir noch ?" fragte sie ihren alten Gatten. „Noch ein paar Jahre," konstatierte sie

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