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und wiederholte sie doch. „Ich kann das Kind nicht bekommen!" Sie bewegte flehend die Hande, die Augen waren ihr naB: Marion weinte. „Heute ein Kind zu kriegen — so ein Frevel..brachte sie hervor, „so eine Sünde, eine Dummheit. . . Kriege werden kommen, Revolutionen, Kampf ohne Ende . . . Mein armes Kind wird vernichtet ..."

„Es wird leben," sagte Professor Abel — sehr ruhig, aber dezidiert.

„Nein nein nein!" Sie schüttelte angstvoll den Kopf. „Ich kann es immer noch entfernen lassen. Es ist wohl noch nicht zu spat . . ."

„Es ist ganz entschieden zu spat," versetzte er, fest und gelassen.

Sie wollte ihr Kind töten; seltsamer Weise war ihr alles daran gelegen, Benjamins Erlaubnis für ihre Untat zu erwirken. Sie achtete ihren Gatten, sie vertraute ihm. Er sollte gutheiBen, was ihr unvermeidlich schien. Sie bettelte: ,,Du muBt es doch verstehen! Versuche, es zu begreifen! Ich kann doch kein Kind haben! Ich muB nach Europa zurück — muB unabhangig, aktiv sein! Ich muB kampfen! MuB mich ganz einsetzen. Das Kind würde mich storen," sagte sie hart, und fügte krankend, beinah ordinar hinzu: „Und überhaupt — es ist ja gar nicht von dir! Sein Vater ist ein Vagabund — der hatte gespürt, was ich meine! — Was geht es dich an ?" fragte sie ihn grausam. „Es ist mein Kind; nicht deines."

„Es ist unser Kind!" Jetzt erhob er sich aus dem Sessel. Die kleine, gedrungene Figur wirkte imposant, wie sie sich nun mannlich-würdig reckte. Auch aus seinen Augen konnten Flammen springen: kein hysterisches Strohfeuer; ernste, gediegene Glut. Er war sehr blaB geworden; sein beinah frauenhaft zarter Mund bebte. „Der kleine Marcel gehort uns!"

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