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chen Bliek —: ihre jungen, ungestümen Freunde — Marcel und Tullio — hatten dergleichen nie von ihr zu sehen bekommen. Benjamin Abel schaute und liebkoste ein Gesicht, das noch keiner vor ihm gekannt hatte. Er wuBte es, er war stolz. — Kennen Jünglinge dies zarte, schwierige Glück, das nun das Herz des Alternden erschüttert ? ,Wie reich werde ich jetzt noch beschenkt!' empfindet der nicht-mehrJunge. ,Man muB sich lange lange üben und vorbereiten, ehe man die schwere Kunst der Liebe lernt. Jetzt bin ich meiner ganz sicher; beinah übermütig bin ich — weil ich weiB: Ich kann es, ich kann es. Ich alter Schüler habe alles gelernt, manche Klassen habe ich wiederholen müssen, aber es lohnt sich, es hat sich alles gelohnt. Nun kenn ich die Liebe — die komplizierte, unsagbar schwere, unsagbare süBe Aufgabe. Wie ungeschickt sind die Jünglinge! Ich kann mir nicht helfen: sie kommen mir ein wenig komisch vor. Immer wollen sie „besitzen" — oder „verzichten". Schwieriger und süBer ist es, den schwebenden Ausgleich zu finden zwischen Besitz und Verzicht; die ratselhafte Mitte, da man das geliebte Wesen zugleich loslaBt und halt. Jünglinge mögen lachen über meine Liebe zu der Frau, die ihr Kind von einem anderen hat; geradezu fassungslos und beinah degoutiert waren sie angesichts meiner vaterlichen Neigung zu dem fremden, ungeborenen Kind. Ach, ihr dummen Jünglinge! Waret ihr klüger und feiner — aber wie solltet ihr klug und fein sein bei so bedauernswertem Mangel an Herzens-Training ? —: ihr empfandet Neid, statt Belustigung, lieBe ich euch als Zeugen meiner spaten, schwierig-zarten Wonne zu. Ich werde mich aber hüten! Zeugen sind nicht erwünscht. Zur Weisheit der Liebe gehort, daB sie sich verbirgt — oder doch viel einfacher scheinen will, als sie ist. Ahntet ihr, mit welchen Schauern von Entzücken und

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