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In welchen Sprachen werde ich noch beten lernen ? — Vorhin, als ich vor meinem Erlöser lag, habe ich ihn mit französischen, deutschen, englischen, spanischen und portugiesischen Vokabeln angerufen. Er hat sie alle verstanden. Des Menschen Sohn kennt die Sprachen der Menschen. Er ist kein Nationalist. Er hat keine Muttersprache; nur die Sprache des Vaters — die sich aus sehr mannigfachen Idiomen zusammensetzt. Unser internationaler Kauderwelsch wird gnadig aufgenommen. Mein Gestammel könnte ein Gegenstand des AnstoBes und Skandals ïm Himmel sein; indessen herrscht dort gröBte Toleranz, was die Worte und Akzente betrifft. Die Taten und Gedanken aber werden streng gewogen.

Die stumme Toleranz der höchsten Sphare ist tröstlich; jedoch würde man gern auch von den Lebenden etwas besser verstanden. Auf Erden nimmt die Unduldsamkeit gegenüber Auslandern erschreckend zu, überall ist sie im Steigen begriffen: Du weiBt es, Menschensohn; mir liegt aber daran, es Dir wieder einmal recht nachdrücklich ins Gedachtnis zu rufen. Wir sind ziemlich einsam, lieber hoher Herr; in der Fremde weht kalte Luft, Freundschaften von Dauer gibt es kaum für die Unbehausten.

Einstmals ward ich hohen, sonderbaren Umgangs gewürdigt; das ist lange her. Deine Boten traten Flügel-rauschend ein. Seither ist es still um mich geworden; auch der Geruch von Mandelblüten und überirdisch feinem Benzin ward mir nicht mehr gegönnt. Ich konstatiere es, ohne mich zu beklagen. Habe ich etwa Anspruch auf den Verkehr mit Engeln ? Keineswegs. Um es nur zu gestehen: sie fehlen mir nicht einmal. Die Beziehungen zu sterblichen Menschen sind abwechslungsreich und erregend genug. Auch habe ich ja reichlich zu tun. Als ich noch faul und ohne Pflichten war, eignete ich mich wohl besser

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