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den Apparat ab. Marion lachte leise. „Als wir Kinder waren, fragte Mama uns manchmal: Bist du dumm oder bist du bös ? Das möchte ich von den britischen Ministern manchmal auch gern wissen ..." — Sie lieB ihre Augen nicht vom Kind, wahrend sie sprach. „Was hat der Kleine denn heute abend ? Er hört gar nicht auf zu weinen. — Du wirst mir doch nicht krank ?" — Sie redete über die Wiege geneigt.

Kikjou rief Marions Namen, sie drehte sich gar nicht um, er hatte keine Stimme: wer unsichtbar ist, wird auch stumm. Er war eifersüchtig auf Professor Abel, er haBte ihn, weil er zu Marion sprechen durfte, und weil die Worte, die er sprach, ihr verstandlich wurden. — War Marion glücklich ? Jedenfalls schien sie stiller, weniger nervös als in den alten Pariser Tagen. Ihre Hande ruhten auf dem Rand der Wiege; früher hatte man sie fast stets in zuckender Bewegung gesehen. Kikjou fand in ihrem Bliek eine ernste Heiterkeit. ,Es muB schön sein, ein Kind zu haben,' dachte Kikjou — petit camerade des anges . . .

Da erschauerte Marion: der Engel der Heimatlosen war zu ihr getreten. Sie sah ihn nicht — unsichtbar: sein bestaubter Hut, das ramponierte Kostüm; unsichtbar der müde Mund, der gnadenvolle Bliek. Sie spürte jedoch seine Nahe. Sie fürchtete sich.

„Ich fürchte mich," gestand sie ihrem Benjamin. „Vielleicht wird doch Krieg kommen; es sieht alles so beunruhigend aus. Oder ein Frieden, der noch schlimmer ist als Krieg. — Und das Kind hört nicht auf zu schreien!" rief sie gequalt.

Sie war es — die junge Mutter — die schrie; das Kind lachelte schon. Die Nahe des Engels war ihm angenehm; der kleine Marcel war erst vier Wochen alt, und dem Paradiese noch nicht fremd geworden. Er lachte, der kleine Marcel; er strampelte, er bewegte lachend die Faustchen. Mit groBer Vergnügtheit emp-

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