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hatte einen respektablen Speichelpatzen produziert!

Der Pariser Kavalier sagte: „Sales Juifs!" Gegen die „Boches" hatte er nichts, so lange sie nur fascistisch waren. Er taumelte einwenig; ohne Zweifel: er war leicht betrunken — indessen noch rüstig genug für die Spuck-Zeremonie. Mit der Amerikanerin freilich konnte er es keineswegs aufnehmen — das Resultat seiner Bemühungen war vergleichsweise kümmerlich; auch der S.A.-Mann hatte Besseres geleistet. Kein fetter Batzen sprang aus dem Munde des Kavaliers, nur ein dünner Strahl, eine matte Fontane —: beinah war es mitleiderregend. Übrigens konnte er gar nicht zielen. David muBte ihm mit dem FuB entgegen kommen — mechanischer Reflex, wie von einem, der sehr oft geschlagen wird, und schon weiB, wohin die Schlage treffen sollen —: sonst ware das schwache Tröpfchen ins Leere gefallen. Davids Stiefel wurde leicht benetzt. Der Kavalier wiederholte: „En bas les sales Juifs!"

Der Rabbi war aufgefahren — das Gesicht über dem schwarzen Bart weiB vor Zorn. Im Lokal ward ein Gemurmel laut; teils beifallig, teils entrüstet. Die Entrüstung überwog. Die Kameraden des Kavaliers lachten etwas krampfhaft, in der offenen Türe stehend; sie spürten, daB die allgemeine Stimmung eher gegen sie war. Herr Nathan senkte wortlos die Stirn. Und David ?

David hatte geschrien. Sein Mund verzerrte sich; Zuckungen liefen über die wachsbleiche Miene; die zerbrechlichen Finger — gelenkige und zarte Finger des Uhrmachers — fuhren ins starre Haar. Er hatte geschrien; doch der Engel lieB es nicht zu. Er neigte sich über ihn, er legte ihm die flache Hand vor den Mund. Er beschützte ihn mit seinem Mantel und mit seiner Hand. Er wollte nicht, daB er schriee. Der Aufschrei würde alles nur noch arger machen. — Klage

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