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innere Emigration.' Ich, Schutzpatron der Expatriierten, kümmre mich auch um sie. Gestern, zum Beispiel, machte ich Visite bei einem Madchen, das du früher gekannt hast, ihr Name ist Ilse Proskauer." —„Ich erinnere mich," sagte Kikjou. — „Sie sitzt immer noch im Gefangnis." Es klang tadelnd, als ware auch Kikjou ein wenig schuld an Ilses groBem Malheur. „Sie hat es relativ gut, im Konzentrationslager ware es schlimmer. Aber wie langsam ihr die Zeit vergeht! Sie wartet, die Linie ihres Nackens wird immer schrager, sie geht [gebückt, als trüge sie Lasten; sie tragt Lasten, unermeBlich schyere — tragt sie tapfer, bleibt geduldig, voll Zutrauen, voll Hoffnung — das brave Ding. Als sie im Schlafe lag, habe ich ihr ins Ohr geflüstert, daB Walter Konradi, ihr Liebhaber und Verderber, noch bitterer büBen muB als sie selber. Seine Parteigenossen und Auftraggeber haben ihn eingesperrt und qualen ihn langsam zu Tode. ErhatirgendeinenFehler gemacht, er wollte auch sie verraten, sie kamen ihm hinter die Schliche, sie verzeihen ihm nicht. . ."

Kikjou sah ihn vor sich, diesen Walter Konradi, einen Schuft. „Er war auf dem Friedhof, als Martins Urne beigesetzt wurde. Die Schwalbe hat schön geredet; der Hund, der Spion stand dabei. Damals beschloB er, Martins Eltern anzuzeigen. — War die arme Ilse ein wenig erleichtert, als du ihr vom Ruin des Elenden berichtet hast ?" — „Einerseits erleichtert; andererseits auch bestürzt. Er ist der einzige Mann, mit dem sie jemals im Bett war. Sie hangt an ihm. Sie haBt ihn und kommt nicht von ihm los. Sie glaubt immer noch, er habe nicht nur gelogen, als er ihr Liebe schwor. Es klang ihr süB, sie kann es nicht vergessen." — „Schrecklich!" sagte Kikjou.

Sie schwebten in einiger Entfernung neben Dieter, dem Deserteur. Der Engel der Heimatlosen — Freund

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