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Reich noch gröBer werden muB. Niemand ist begeistert, am liebsten mochten alle desertieren, aber nur wenige haben den Mut. Dieter setzt alles auf eine Karte. Sein Leben ware gefahrdet, auch wenn er im Lande und gehorsam bliebe. Lieber riskiert er es für die Freiheit. — Er wird es bewahren!"

Dies rief der Engel mit entzücktem Nachdruck; gleichzeitig aber erschreckt. Denn der Deserteur — der neue Heimatlose — stolperte, schwankte, hatte keinen Halt mehr auf glattem Pfad: er würde stürzen, ihm zur Seite ging es schauerlich in die Tiefe. Da zeigte der Engel, wie geschwind er flattern konnte, wenn es drauf ankam. Ein Flügelschlag nur, machtig rauschend, — und er hatte den Taumelnden schon erreicht; er stützte ihn, hielt ihn; er bewahrte ihn vor dem Fall.

„Du solist nicht untergehen!" versprach er — instandig, wenngleich lautlos — seinem neuen Schützling. „Ich atme dich freundlich an, ich gebe dir neue Kraft! Du vollendest die riskante Gletschertour, du gewinnst die Freiheit, ich will es. Die Schluchten, voll schwarzer Schatten, locken dich. Du widerstehst. Du bist tapfer. Dein Roman ist noch nicht zu Ende, nur der erste Teil ist abgeschlossen —: der war lang genug, fast sechs Jahre lang. Du und ich kennen seine bitteren Kapitel —: eines Tages werden sie der Welt bekannt, vorher muB viel geschehen. Die Geschichte all deiner Irrtümer und ihrer langsamen Überwindung ist stumm und ratselhaft hinein verwoben in den Roman der Heimatlosen. Zwei Linien, zwei mit Energie geladene Kurven liefen parallel: die Krafte der inneren und der auBeren Emigration wollen sich nun verbinden. Vereinigt sollen sie wirken —: dies ist die Stunde, euer Engel kennt sie, er darf nicht dulden, daB ihr sie versaumt. —Siehst du den Pfad, mutiger Deserteur ? Es ist

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