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EPILOG.

Ein junger Mensch saB in einem Café an der Canebière und schrieb.

„Marseille, den i. Januar 1939.

Lieber alter Karl!

Wo steckst Du ? Bist Du immer noch in Jugoslawien ? Ich weiB Deine Adresse nicht — sonst hatte ich Dir schon lange geschrieben. Vor einem Jahr hast Du Dir Deine Briefe nach Ragusa, Poste Restante, bestellt. Ich versuche es mal. Hoffentlich erreicht Dich mein GruB. Ich möchte gem von Dir hören.

Nun bin also auch ich unter die Emigranten gegangen. Bist Du darüber erstaunt? — Ich denke mir, eher wirst Du Dich gewundert haben, daB ich so lange Zeit gebraucht habe, um den EntschluB zu fassen. Beinah sechs Jahre . . . Mir kommt es vor, als seien es sechzig gewesen.... Hunderttausend Mal hatte ich schon gemeint: Jetzt geht es nicht mehr; ich muB weg . . .; und bin immer wieder geblieben. Aber dann war plötzlich eine Grenze erreicht. Ich hatte gar keine Wahl mehr — verstehst Du ? Es ging um mein Leben.

Ich spreche nicht von auBeren Gefahren — die gab es auch, und sie waren lastig genug. Natürlich hatte ich den Mund nicht halten können. Eine Zeitlang bin ich jeden Morgen mit dem gleichen Schrecken aufgewacht: Heute kommen sie, dich zu holen! Wenn ich das Wort , Konzentrationslager' hörte — und man hört es oft —, wurde mir etwas übel. Ich wuBte: Das bleibt dir auch nicht erspart. . .

Aber es war nicht nur das, und nicht das vor allem.

Es war auch nicht nur die Wut über den gemeinen, falschen, sinnlosen Krieg, den sie vorbereiten, und der

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