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im September vor der Türe schien. Nachher hat sich ja herausgestellt: das Kriegsgeschrei, die Mobilisation waren nur Bluff und Schwindel — wie alle Veranstaltungen dieses Regimes. Aber damals haben wirs doch ernst genommen.

Bin ich ein Pazifist ? — Es kommt ganz darauf an. — Kampfen ? Warum denn nicht! Aber auf der richtigen Seite!

Tschechen, Russen und Franzosen totschlagen; Bomben auf Weiber und Kinder schmeiBen; Land erobern, damit das deutsche Zuchthaus noch gröBer wird: ohne mich, wenn ich bitten darfü

Ich weiB, was Zucht ist, ich weiB, was Patriotismus ist: mein Vater war ein PreuBischer Offizier. Von ihm habe ich aber auch gelernt, was Anstand und Ehrenhaftigkeit bedeuten. Ein paar andere Kenntnisse und Erkenntnisse muBte ich mir selbstandig, ohne vaterliche Hilfe, erobern. Haben wir jungen Deutschen den Wert der Freiheit, das Ideal der Gerechtigkeit jemals kapiert? Ich fürchte, wir muBten erst durch die Hölle der totalen Unfreiheit, der kompletten Rechtslosigkeit gehen, um zu ermessen, was wir miBachtet — war wir verloren haben.

Ja, wir sind durch eine Hölle gegangen. Unser Land ist immer noch mitten drin. Es liegt ein Fluch auf unserem Vaterland. Die Luft in unserem Vaterland ist vergiftet.

Das Atmen wird unertraglich. Das ist es: man kann nicht atmen. Die gehaufte Lüge, das ÜbermaB der Gemeinheit: das verpestet die Luft — wie ein kolossaler Kadaver.

Ich muBte raus, weil ich sonst erstickt ware! Buchstablich, ich hatte Erstickungs-Anfalle.

Die September-Krise, der Abscheu vor dem geplanten Krieg waren mehr der akute AnlaB und letzte AnstoB, als der eigentliche Grund zu meiner Flucht.

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