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menlebung der Menschen, also über die neue politische Staatsform hinaus, auf eine Erneuerung des ganzen Menschen und damit auch auf die der menschlichen Gemeinschaft abzielten. Die Republik der vierzehn Jahre wurde gebildet von Politikern, die im Parlamentarismus das beste Mittel sahen, um ein Volk zu regieren, die aber als Epigonen die Form überschatzten und deswegen nicht einsehen konnten, dass der Parlemen tarismus ebenso wie der Absolutismus oder die konstitutionelle Monarchie zum Sterben verurteilt ist, wenn er nicht von den ausserparlamentarischen, im Volke wirksam lebenden Kraften immer aufsneuegespeist wird.

Diese ausserparlamentarischen Krafte haben die Republik der vierzehn Jahre erdrückt. Der Darstellung dieser ausserparlamentarischen Geistesströmungen hat diese Arbeit gegolten. Denn sie werden ja auch die nachsten Abschnitte der deutschen und — da Deutschland im Herzen Europas liegt — auch der europaischen Entwicklung mitbestimmen.

Wenn schliesslich mancher Leser und, wie ich zu meinem Leidwesen annehme, vor allem mancher alter Freund darin die Aufzahlung der trotz alledem wahrlich nicht geringen Leistungen der Republik der vierzehn Jahre vermisst, so vergesse er nicht, dass ich kein Trostbuch schreiben wollte. Die Tatsache, dass ich vierzehn Jahre dieser Republik als Publizist und in manchen anderen Funktionen zu dienen versucht habe, konnte mich nicht abhalten, ihre Schwachen zu erkennen.

Die Hoffnung, dass diese Arbeit, obwohl unvollstandig — weil unter besonders schwierigen Umstanden geschrieben — zum besseren Verstandnis der deutschen Entwicklung beitragen möge, hat es mich wagen lassen, sie der Offentlichkeit zu übergeben.

Amsterdam, im Mai 1938 GERTH SCHREINER

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