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einst die Soldaten im Weltkrieg. Nur dass ihr Feind im eigenen Lande steht. Hunderttausende zahlt das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Hunderttausende zahlt die kommunistische „Rote Front". Hunderttausende zahlt der „Stahlhelm". Hunderttausende zahlen SA en SS. Und alle diese Privatsoldaten stehen stramm, wenn das Kommando ertönt, glauben, dass der Gummiknüppel in der Hand und die Pistole in der Tasche starker sind als die schöpferische Idee, und dass sie deswegen das entscheidende Wort sprechen müssen. „Wenn marschiert werden muss — wird nicht diskuttiert!" ist die Parole des Tags, die den riesigen „aufgezogenen Apparat" immer mehr zum leblosen Mechanismus werden lasst. „Kolossal" ist dieser Mechanismus. Den Glauben an seinen Wert bezieht er allein aus der Zahl, der hohen Ziffer der „Mitgliederbestande" und damit der geklebten Beitragsmarken und nicht zuletzt der Wafifen.

Abends auf dem Heimweg eröffnet ein Ueberfallwagen der Polizei, auf dem neben Scheinwerfern Maschinengewehre aufgestellt sind, den Zug der Lastwagen, auf die wir verfrachtet werden. Ueber der Hügelkette zur Rechten des Wegs ist der volle Mond aufgegangen und über den Wiesen und FeldernimTalgrund liegen dünne Nebelschleier. Es ist eine echte deutsche Mondscheinlandschaft, wie sie Philipp Otto Runge, der Romantiker, gemalt haben könnte. Wir ziehen durch sie hindurch wie Soldaten durch feindliches Land.

Ein Arbeitergesangverein war abends gekommen, um die alten sozialistischen Streitlieder zu singen:

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!

Brüder zum Lichte empor!

Heil aus dem Dunkeln Vergangnen

Leuchtet die Zukunft hervor!

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