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die einzige Rettungsmöglichkeit ist. Fünf Viertelstunden schlagen sie mich, treten sie mir mit ihren Schaftstiefen in den Leib, öffnen sie die Türe, die zum Hof fiihrt, entsichern sie die Pistolen und rufen „Lauf, du Hund! Lauf!!" Aber ich habe nur den Willen: nicht zurückschlagen — nicht fortlaufen — nicht „auf der Flucht" erschossen werden. Ein zufallig eintretender Beamter der alten Polizei macht der Marterung ein Ende.

Am folgenden Tage werde ich zerschlagen ins Gefangnis gefahren. Beinahe fünfhundert sind vor mir eingesperrt worden: ein Pfarrer, Schauspieler, Maler, Schriftsteller, Aerzte, Rechtsanwalte, Kaufleute, Arbeiter, Handwerker und Angestellte. Viereinhalb Monate bleibe ich in Schutzhaft, so lautet die amtliche Bezeichnung dieser Gefangenschaft, weil der Haftling angeblich gegen Anfalle auf sein Leben beschirmt werden muss. Dann komme ich frei und werde von Freunden noch an demselben Abend verborgen. Waldemar Gurian, der zufallig in der Stadt ist, kommt mich besuchen. Er bringt zehn Mark für die Flucht. „Mehr habe ich selbst nicht — schreiben Sie mir spater einen Artikel dafür!" sagt er lachelnd. Ein par Tage spater bringen mich Schmuggler über die hollandische Grenze . . .

Zwischen jenem November 1918 und dem Marz 1933 liegt die Republik der vierzehn Jahre. In ihr machte man sich über die Hochflut von „Kriegserinnerungen" mit den Worten lustig: „Was tat ein römischer Feldherr, wenn er eine Schlacht verloren hatte ? Nun, er stürzte sich in sein Schwert! . . . Aber was tun die deutschen Generale, die den Weltkrieg verloren haben? Sie stürzen sich aufs Tintenfass und schreiben ihre Memoiren!" Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Auch die Führer der republikanischen Parteien,

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