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dass die „besten Deutschen" nur deshalb in den Krieg gezogen seien und vierundeinhalb Jahre lang Hunger und Elend gelitten, Not und Tod ertragen hatten, um in ein „neues und besseres Deutschland" zurückzukehren. Damit glaubten sie sich legitimiert. Denn damit wollten sie sagen: der Lohn für die gute Tat, dass wir dem kaiserlichen Deutschland alle Kriegskredite, die geldlichen und die geistigen, bewilligt haben, darf nicht ausbleiben. Wir haben, nun die kaiserliche Regierung abgedankt hat und ihre Versprechung ,,Der Dank des Vaterlandes ist euch gewiss" nicht einlösen kann, das natürliche Recht, es selbst zu tun.

Auf der anderen Seite aber wollten viele Deutsche nicht wissen, dass „Krieg und Reich" zu Ende seien. Sie trommelten Protest. Aus dem Blute des grossen Krieges müsse ein neues Reich erstehen, jenes deutsche Reich, von dem die Kriegsfreiwilligen getraumt hatten, die im Herbst 1914 bei dem flandrischen Flecken Langemark mit dem Liede „Deutschland, Deutschland über alles" gegen die englischen Schützengraben gestürmt waren.

Diese Protestanten schnürten von neuem den Riemen des Stahlhelms unterm Kinn und sangen: „Hakenkreuz am Stahlhelm — schwarz-weiss-rot das Band! Die Brigade Ehrhardt werden wir genannt". Romantisch verglichen sie sich mit den Freiwilligen des Befreiungskriegs von 1813. So gross war ihr Hass gegen die Republik, dass sie sich von ihr unterdrückt fühlten wie ihre Urgrossvater von Napoleon. Sie erkannten nicht an, dass die Republik von Deutschen gemacht sei und sangen auf ihren Marschen — den Refrain ihres Liedes variierend — zum Spott: „Knoblauch an dem Strohhut, Lippen geil und dick — die Familie Levy schützt die Judenrepublik!" In ihrem Judenhass glichen sie tatsachlich den Teutomanen von hundert Jahren zuvor.

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