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Die haben Rote kokaden der Gustaf hat auch Rote ich habe ihm aber abgerizen weil unser Fraulein gesagt hat, das siht nicht schön aus. Mutter hat gesart, die reichen wollen den Krieg Wilhelm und Auguste haben auch das ganze Schloss vol gehabt. Nun is leman in Holland und nu Friede aber hungern wollen wir nich

mehr Liebknecht ist verükt dem haun sie die komode >>

ein.

Dieser Willi Sommer ist heute ein Mann von beinahe dreissig Jahren.

Sein Kindertraum „aber hungern wollen wir nicht mehr" ist nicht in Erfüllung gegangen. Als Willi fünfzehn Jahre alt war, kostete in Deutschland ein Laib Brot — wenn er zu haben war und wenn man das Geld hatte, um ihn zu kaufen —: ungezahlte Milliarden Mark. Vielleicht waren Willi Sommer und sein Vater unter den Hunderttausenden, die im Inflationsjahr nachts auf die Felder zogen, um Kartoffel und Gemüsse zu stehlen, damit sie ein Mahl kochen konnten. Als Zwanzigjahriger ging er wahrscheinlich zur ,,Stempelfabrik" oder musster, wenn er selbst noch Arbeit hatte, einen Bruder unterstützen, der arbeitslos war. Heiraten konnte er nicht. Und wenn er hatte heiraten können, hatte er keine Kinder haben wollen. Denn er las in der Zeitung, dass in den Volksschulen der grossen Stadte und der Industriebezirke beinahe fünfzig Prozent aller Kinder ohne ein warmes Frühstück zum Unterricht kamen, dass ebensoviele kein Hemd und keine Strümpfe mehr am Leibe hatten und vor Elend und Wohnungsnot mit anderen Geschwistern oder gar Kostgangern in einem Bett schlafen mussten.

Dagegen hat er erlebt, dass sie Liebknecht wirklich „die komode eingehauen" haben, dass sie Landauer Eisner, Erzberger, Rathenau und viele andere, weniger bekannte Manner im Namen Deutschlands „gekillt"

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