Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

haben. Er hat die Blutspur verfolgen können, die vom November 1918 durch die Republik der vierzehn Jahre hin zum III. Reiche führt. Und im Marz 1933 hat er erlebt, dass „vor dem Racherarm der deutschen Frontsoldaten und Offiziere die Empörer, die Revolutionare und das ganze demokratisch-sozialistische Gesindel, das uns in den Rücken gefallen ist" — wie es in einem im Februar 1919 unter den Regierungstruppen des republikanischen Oberkommandeurs Noske verbreiteten anonymen Flugblatt heisst — „verschwand".

Willi Sommer hat sich entscheiden mussen, ob er diejenigen, die Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, Eisner und Landauer, Erzberger und Rathenau töteten, für gemeine Mörder, wie die einen sie nannten, oder für heldenhafte Vollstrecker eines „wahrhaft nationalen" Femegerichts, wie die anderen sie rühmten, ansehen sollte. Und vielleicht hatte er sich für jede von diesen Auffassungen entschieden, wenn er dadurch nur seinen Arbeitsplatz behalten oder Arbeit bekommen und man ihn nicht mehr „einen nutzlosen Esser" genannt hatte.

Die zweite Generation, die seit dem Kriege heranwuchs, ist heute zwanzig Jahre alt. Sie kennt den Krieg nur noch vom Hörensagen.

Zu den Kindertraumen von Fritze Winter, dem kleinen rheinischen Neffen des Berliners Willi Sommer, machten die französischen Kanonen, die über die Rheinbrücken holperten, als das Ruhrgebiet von den Franzosen besetzt wurde, und die Clairons der französischen Infanterie, die auf den westdeutschen Marktplatzen paradierte, die Begleitmusik. Als Fritze seine Kinderspiele spielte, krachte in Düsseldorf zwischen einer zur Wache aufmarschierenden französischen Kompagnie die Handgranate, für deren Wurf Albert Leo Schlageter wenige Wochen spater in einer Sand-

Sluiten