Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

quarisch kaufen. Die Dichter, deren Verse darin stehen — damals die Jungen — sind Manner zwischen Fünfzig und Sechzig Jahren geworden. Ihre Verse nennt man heute noch wie die Malereien und Musiken ihrer Altersgenossen die „junge Kunst". Und inzwischen geistert das Schlagwort vom Kriegserlebnis, das den deutschen, ja den europaischen Menschen „entscheidend" verandert haben soll, durch die Reden und Schriften der Generation des letzten Weltkriegs und ihrer pazifistischen Epigonen.

In der Republik der vierzehn Jahre ist es vorgekommen, dass eine Partei beschloss, die „Zugehörigkeit zur Jugend" bis zum dreissigsten Jahre zu verlangern. Viele Mitglieder der Jugendorganisation waren mit dem Leben in der „Erwachsenenpartei" unzufrieden — ihnen sollte mit dem Parteibeschluss erlaubt werden, der Jugendorganisation bis zum dreissigsten Jahre anzugehören. Und heute kann man in den Zeitungen lesen, dass die jungen Manner, die in den Stadten Europas demonstrieren, weil sie mit dem Leben im Staate der Alten unzufrieden sind, „hochgeschossene Lümmels von zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren" genannt werden. Was sind das für konservative Fortschrittler, die die natürlichsten Gesetze der menschlichen Entwicklung leugnen, weil sie wie in allen Uebergangszeiten das strenge Regiment der Alten ausüben wollen oder sich ihm aus Angst vor der Zukunft freiwillig unterwerfen? Ist es nicht an der Zeit, von der Biologie wieder zu lernen, dass die Jugend des Menschen mit zwanzig Jahren aufhört, und dass dann sein Mannesalter beginnt? Ist es nicht heute so, wie es immer gewesen ist, dass die entscheidende Konzeption eines Menschenlebens und einer Generation sich in den Jahren zwischen Zwanzig und Dreissig vollzieht, um sich spater endgültig zu entwickeln und zu entfalten?

Sluiten