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ganisation zu jener Mittelmassigkeit emporzuklimmen, die in Scharen die Aemter der Parteien und des öffentlichen Lebens besetzt hielt, sich unter vollkommener Verkennung des Ausleseprinzips für eine Elite ansah, bloss weil sie ,,zur Jugend gehort hatte, und die das Breittreten parteiamtlich erlaubter Meinungen mit geistiger Leistung verwechselte, weil sie ihre Elaborate in den Zeitungen und Parteiverlagen gedruckt sah und in Parteikursussen gesprochen hörte. Jugendfürsorge statt Jugendbewegung ist kennzeichnend für die Republik der vierzehn Jahre. Es ware töricht zu leugnen, dass die Republik auf dem Gebiete der Jugendfürsorge Grossartiges geleistet hat. Aber man müsste eigentlich auch einmal prüfen, inwieweit durch diese Fürsorge, die der Jugend soviel gab, für das sie nicht selbst zu kampfen brauchte, jener Zustand befördert wurde, den man heute so oft der Jugend zum Vorwurf macht: das selbstverstandliche Geniessen von Rechten und das mangelnde Bewusstsein, dass diesem Genuss von Rechten die sittliche Pflicht zur geistigen Leistung und zur Verteidigung dieser Rechte gegenüberstehen muss. Doch solche Feststellungen setzen einem heute leicht der Gefahr aus, rückstandig genannt zu werden.

Darum sei hier nur gesagt, dass die „Realpolitiker" der Republik der vierzehn Jahre den tiefen Sinn der Jugendbewegung nicht begriffen haben. Die Jugendbewegung aber ist es gewesen, die das Gesicht Deutschlands vollkommen verandert hat. In ihr vollzog sich die Konzeption des Vortrupps des neuen Jahrhunderts.

In der Kunst pflegt man die Strömungen, die aus dem vorigen in unser Jahrhundert führten, unter dem Sammelnamen ,, Abkehr vom Naturalismus zusammenzufassen. Richard Dehmel, angeregt durch Joris Karl Huysmans Roman ,,La-bas" (1891), gab dafür in Deutschland das Signal, als er in der Münchener Zeit-

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