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Kunst eingeschritten. Das hatte ihr eine revolutionare Gloriole gegeben, die sie eigentlich nicht verdiente. Die Parole „Die Kunst dem Volke", die die Sozialisten vor der Jahrhundertwende ausgaben, war deswegen eine politisch-agitatorische. Gerhart Hauptmann, den die damals gegründeten „Volksbühnen" und „Freien Volksbühnen" als den neuen politischen Dichter auf den Schild erhoben, leugnete aber, als es hart auf hart ging, d. h. als sich der preussische Staatsanwalt mit seinen „Webern" bemühte, die revolutionare Tendenz seiner Dramen. Um „Die Weber" vor dem Verbot zu schützen, liess er dem Oberlandesgericht durch seinen Advokaten mitteilen, er habe den Aufstand der schlesischenWeber nicht als Sozialdemokrat gesehen sondern als Künstler — er habe „den Sieg der Ordnung durch eine Handvoll Soldaten" feiern wollen, dabei allerdings dem naturalistischen Schluss — wie die aufstandischen Weber vom Büttel ausgepeitscht und ins Zuchthaus geworfen wurden — die asthetische Schönheit vorgezogen: dass ein, seinen Kameraden abtrünniger Weber durch eine Soldatenkugel fallt, wahrend die Soldaten von den aufstandischen Webern zurückgeschlagen werden. Damit hatte der grösste deutsche Dichter des Naturalismus das scharfste Urteil über sein Stück ausgesprochen. Vergebens warnte der sozialistische Theoretiker Franz Mehring in seinen „Aesthetischen Streifzügen seine Genossen vor dem Pseudosozialismus und Pseudorealismus Hauptmanns: „In den „Webern" war Hauptmann an die Grenze dessen gestossen, was sich die hohen Behörden und das verehrliche Publikum gefallen liessen, im „Florian Geyer" aber an die Grenze seines künstlerischen Vermogen; so trat er in der „Versunkenen Glocke" einen wohlgeordneten Rückzug oder, wie man in

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