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die meisten geistigen Bewegungen der wilhelminischen Epoche die Neigung hatten, sich abzuschliessen und die „Hure Berlin" zu meiden. Einwirkung auf die Gestaltung der Nation war ihnen ja doch versagt. Spricht man deswegen z. B. vom George-Kreis, so hat das Wort „Kreis" in Deutschland eine ganz andere Bedeutung wie etwa in Holland das Wort „Kring . Denn der Zusammenschluss zum „Kreis" ist bereits Opposition gegen das Juste Milieu. Dieser George-Kreis — u.a. gehörten ïhm Hugo von Hofmannsthal und Ludwig Klages an — mied jede Oeffentlichkeit. „Bis in die einzelheiten" — auch in der Rechtschreibung und Interpunktion — „der rücksicht der lesenden menge enthoben" druckte er nur für sich selbst. Seine Zeitschrift. „Blatter für die Kunst" wurde indem Buchhandel nicht vertrieben. Programm und Theorie des Kreises werden darin umschrieben: „unser ganzes schrifttum von gestern ist sittlich (sogar das behördlich verbotene) bürgerlich-pöbelhalft- und unterhaltend belehrend-realprogrammatisch-tendenziös . . . man verwechselt heute kunst (literatur) mit berichterstatterei (reportage) zu welch letzter gattung die meisten unsrer erzahlungen (sogar romane) gehören, ein gewisser zeitgeschichtlicher wert bleibt ihnen immerhin obgleich er nicht dem der tagesblatter richtverhandlungen behördlicher zahlungen u. a. gleichkommt." Die Menschen dieses Kreises fühlten sich in der Vergangenheit mit Novalis und Hölderlin, vor allem aber mit Jean Paul, dem „Meister der zarten Abschattungen" verwandt. Von seinen menschen sagten sie, dass sie „ohne grosses theater zu sein unendlich sinnen und leiden" und „zwischen dem flötenspiele zarter jünglinge und den rosigen wolken zarter madchen hin und her ziehen vom stillen Lilar zum lauschigen Rosenbühl". Sie liebten die englischen Praerafaeliten, die „die schone göttlichkeit der

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