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Laute, Flöte und Fiedel, das Wandern und Kampieren für ihre jugendfürsorgerische Arbeit zu übernehmen. Sie hielten sich für so verstandig und kamen doch nicht auf den Gedanken, dass sie damit auch „ihrer" Jugend eine ganz andere Richtung gaben, wie sie gedacht hatten.

Die Jugend aber, die um die Jahrhundertwende zu neuen Zielen aufgebrochen war, musste allerdings noch den Umweg über die Literatur machen, um zum Kern der Zeitprobleme zu kommen. Dann aber wurde sie so davon ergriffen, dass sie sich bis in ihre Wurzeln spaltete.

Man hat oft dieser Jugend, die sich den silbernen fliegenden Kranich im blauen Feld als Symbol erkoren hatte, vorgeworfen, dass sie nur aesthetisch war. Selbst der mutige deutsche Dichter Ernst Wiechert hat in einer, nun auch im Druck erschienenen Rede an die Jugend des III. Reichs von den Wandervogel gesagt, dass er „aesthetisch, aber nicht religiös, nicht sozial, nicht politisch, eine Genesung, aber keine Auferweckung von den Toten" war. Das ist nur zum Teil richtig. Die Literatur, zu der diese Jugend zurückkehrte, war ihr Brücke nicht nur zur deutschen Gegenwart — die von den Schulen des kaiserlichen Deutschlands ausgeschlossen war — und der deutschen Vergangenheit sondern auch hinüber nach Belgien und Frankreich, wo die Gestalt eines neuen Europa in den Versen der Dichter zuerst am Horizont auftauchte — hinüber nach Russland, wo das Gewissen der Menschheit mit der Stimme Tolstois und Dostojewskis gesprochen hatte, — die Literatur wurde ihr schliesslich Leiter zu Gott, der ihr wieder nahe kam, nachdem ihn die Aufklarer lange aber vergeblich in die Unendlichkeiten des Kosmos abzudrangen oder in den „Wundern des Mikrokosmos": im Wassertropfen

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