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Uebertreibungen der Tageskritik. Wesentlicher als sein expressiver Realismus ist seine Abkehr von der idealistischen Philosophie und Dichtung. In dem Novellenfragment „Lenz", in dem er das Leben des unglücklichen Dichters der deutschen vorklassischen Sturmund Drangperiode Reinhold Lenz gestaltete, hat Büchner diese Abkehr so formuliert: „Lenz sagte: Die Dichter, von denen man sage, sie geben die Wirklichkeit, hatten auch keine Ahnung davon, doch seien sie immer noch ertraglicher, als die welche die Wirklichkeit erklaren wollten. Er sagte: „der liebe Gott hat die Welt wohl gemacht, wie sie sein soll, und wir können wohl nicht was Besseres klecksen, unser eigenes Bestreben soll sein, ihm ein wenig nachzuschaffen. Ich verlange in allem Leben, Möglichkeit des Daseins, und dann ist's gut; wir haben dann nicht zu fragen, ob es schön oder hasslich ist. Das Gefühl, dass, was geschaffen sei, Leben habe, stehe über diesen beiden und sei das einzige Kriterium in Kunstsachen . . . Man muss die Menschen lieben, um in das eigentümliche Wesen jedes einzudringen; es darf einem keiner zu gering, keiner zu hasslich sein, erst dann kann man sie verstehen; das unbedeutendste Gesicht macht einen tieferen Eindruck, als die blosse Empfindung des Schonen, und man kann die Gestalten aus sich heraustreten lassen, ohne etwas vom Aeusseren hinein zu kopieren, wo einem kein Leben, keine Muskeln, kein Puls entgegenschwillt und pocht."

Büchners Realismus liegt also nicht in der ausseren Form, sondern in der geistigen Konzeption. Das Drama lauft, den „Schnitt" des Films auf der Bühne vorwegnehmend, in vielen schnell aufeinander folgenden Kleinszenen ab. Der Einzelne ist darin nur Teil des Volkes, von dem er sich löst, aufsteigt und in das

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