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da sie nicht schlafen könne, solange dieses teuflische Ungeheuer sich unter ihrem Dache befinde.

Tatsachlich sind Grabbes Dramen eine Aufeinanderhaufung von Zynismen, Scheusslichkeiten und Geschmacklosigkeiten. Seine Geniesucht lasst ihn nur grosse, historische Themen wahlen. Selbst seine drei Hauptwerke, die Geschichtsdramen „Napoleon oder die hundert Tage", „Hannibal" und die „Hermannschlacht" geben an krassen Motiven seinen ersten Werken nichts nach. Aber wie bei Büchner macht die Gesamtkonzeption das Wesentliche, vor allem aber das Neue in seinen Werken aus. Alfred Richard Meyer hat es knapp und prazis so ausgedrückt: nicht das historische Faktum ist die Hauptsache, der die Schilderung des Milieus nur als Grundlage dient; sondern im Gegenteil: die Gesamtzustande sind die Hauptsache, die durch das historische Faktum nur heller beleuchtet wird.

Mit Büchner hat Grabbe die Abkehr vom philosophischen Idealismus gemein. Seine Geschichtsdramen unterscheiden sich deswegen von denen früherer Epochen nicht nur durch ihre aussere Form sondern vor allem dadurch, dass der eigentliche Trager der Handlung, das dynamische Agens: nicht der Held sondern das Volk ist. Grabbe vergisst über die grossen Epochen und grossen Menschen der Geschichte nie die Dynamik des geschichtlichen Zusammenhangs, über das Mommentane nie die Kontinuitat. Er hat das geschichtliche Bewusstsein, dass die Grossen vergehen, dass aber das Volk bestehen bleibt. Dass er aber die Bedeutung der Grossen nicht unterschatzt, beweist allein schon die Tatsache, dass er immer wieder die grossen explosiven Epochen und die grossen Manner der Geschichte als Stoffe für seine Dramen wahlt. Die letzten Worte seines Napoleons auf dem

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